19.08.2016 - Reduktion der Wildbestände und striktes Wildfütterungsverbot gefordert

Medienmitteilung SELVA - Verband der Waldeigentümer Graubünden              
 
Der Frühlingsbestand beim Hirsch belief sich dieses Jahr auf rund 16‘500 Tiere. Dieser Bestand muss nachhaltig reduziert werden, um künftig übermässige Wildschäden am Wald zu verhindern. Die Jagd ist und bleibt dabei auch aus Waldsicht die entscheidende Massnahme
zur Reduktion und Regulation der Wildbestände. Eine intensive Zusammenarbeit zwischen Jagd und Wald ist deshalb unumgänglich.Die Waldseite versteht, dass der Bejagungsauftrag komplex und die Umsetzung nicht einfach ist, insbesondere vor dem Hintergrund der laufenden Grundsatzdiskussionen rund um die Jagd. Trotzdem – oder gerade deshalb – verlangt sie nach einer Optimierung der Jagdplanung, einer klaren Erhöhung der Abschusszahlen, einer konsequenten Erfüllung der Abschusspläne und einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Wald und Wild.
Zudem fordern die Bündner Waldeigentümer und Forstfachleute zur konsequenten Umsetzung eines Wildfütterungsverbotes und dessen Aufnahme in die Kantonale Gesetzgebung auf. Die SELVA hat bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass im Kanton Graubünden überhaupt keine Wildfütterungen, weder inner- noch ausserhalb von Hegekonzepten, nötig sind. Auch das Positionspapier von GR Wald behandelt diese Thematik eingehend. Die Notfütterungskonzepte sind das beste Beispiel dafür, da sogar diese erfahrungsgemäss aus rein gesellschaftlichen Gründen eingesetzt werden. Der Vorschlag der Regierung, diese Problematik nur über verstärkte Öffentlichkeitsarbeit im Sinne einer Appellstrategie anzugehen, ist aus forstlicher Sicht absolut ungenügend.
 
Landquart und Sent, 18. August 2016
Leo Thomann, SELVA-Präsident
Nina Gansner, SELVA-Geschäftsführerin
Mario Riatsch,  GR Wald - Präsident
 
 
Die SELVA vertritt als Verband der Waldeigentümer Graubünden in erster Linie die Interessen der öffentlichen und privaten Waldbesitzer Graubündens sowie deren Forstbetriebe. Der Verein Graubünden Wald bezweckt die Förderung der Bündner Forstwirtschaft und der forstlichen Berufsinteressen und informiert über forstliche Belange und die gemeinwirtschaftliche Bedeutung des Bündner Waldes. Eines der wichtigsten Anliegen der Bündner Waldeigentümer und Forstfachleute ist die nachhaltige Entwicklung des Waldes, wozu auch die Sicherstellung der natürlichen Verjüngung gehört. Dies muss auch unter den Einwirkungen des Wildes langfristig gesichert werden können. Die Anpassung der Schalenwildbestände an die Lebensraumkapazität ist aus Waldsicht absolut notwendig. Dies kommt in diversen Meldungen und Aktionen der SELVA wie auch im Positionspapier Wald-Wild von GR Wald zum Ausdruck.
 
Für weitere Auskünfte stehen zur Verfügung:
SELVA, Leo Thomann, 079 405 96 73, leo.thomann@surses.ch
SELVA, Nina Gansner, 079 620 19 40, nina.gansner@selva-gr.ch
GR Wald, Mario Riatsch, 079 413 05 66, m.riatsch@scuol.net